Positives Signal für SC-Feriencamp – Uslarer Ausschuss einstimmig für Zuschuss, aber mit Vorbehalten wegen der Finanzierung

Freitag, 23. Januar 2026, Sollinger Allgemeine / Uslarer Land
Uslar – Der wichtigste Tagesordnungspunkt der Sitzung des Uslarer Kultur- und Sozialausschusses vor 15 Zuhörern in der Rathaushalle war der vom SC Schoningen 04 beantragte Zuschuss von 300.000 Euro in zwei Tranchen von je 150.000 Euro zur Verstetigung des Feriencamps, das der Verein seit vier Jahren in den Sommerferien veranstaltet.

Der Ausschuss sprach sich zwar einstimmig dafür aus, das Camp zu unterstützen, meldete aber noch Vorbehalte bezüglich der Finanzierung an. Gespräche mit dem Landkreis Northeim sollen zeitnah folgen.

Der Antrag war bereits im Dezember im Stadtrat beraten und zur weiteren Prüfung an den Fachausschuss verwiesen worden. Bernd Klodner, der den Bürgermeister vertrat, machte zu Beginn deutlich, warum: Zum einen habe der Verein nach vier erfolgreichen Camp-Jahren Anpassungsbedarf gesehen, etwa wegen Nutzungskonflikten auf dem Sportgelände.

2026 01 23 SC Camp Sozialausschuss

Ganztagsbetreuung
Andererseits stehe die Frage im Raum, ob und wie das Feriencamp künftig in die gesetzlich vorgesehene Ganztagsbetreuung von Schulkindern in den Ferien eingebunden werden könne. Diese Aufgabe hat der Landkreis an die Kommunen delegiert – inklusive finanzieller Mittel. Zu klären sei unter anderem, ob das Geld Mittel für die geplanten Maßnahmen verwendet werden könnten und was der Landkreis vom SC Schoningen in Sachen Ganztagsbetreuung erwarte.

Projektvorstellung
Während einer Sitzungsunterbrechung stellte Jörg Grabowsky, Vorsitzender des SC Schoningen, das Projekt noch einmal ausführlich vor. Das Feriencamp sei in dieser Form einzigartig in Südniedersachsen und dem angrenzenden Hessen, der Andrang enorm. Seit 2022 haben insgesamt 862 Kinder und Jugendliche teilgenommen, aufgeteilt auf jeweils 50 Kinder pro Woche in den Sommerferien.
Zehn Plätze pro Woche sind für sozial benachteiligte Familien reserviert. Auch Kinder mit besonderen medizinischen Bedürfnissen können teilnehmen. „Für manche Kinder sind unsere Camps die einzigen echten Ferien im Jahr“, sagte Grabowsky.

Investion: 2 Mio. Euro
Er bezifferte das geplante Investitionsvolumen für die Weiterentwicklung der Anlage auf rund zwei Millionen Euro, wobei der erste Bauabschnitt bei 425.000 Euro liege. Um die Zukunft des Camps zu sichern und eine Ausweitung auf die Frühjahrs- und Herbstmonate zu ermöglichen, sind unter anderem die Verlegung auf den Bogenschießplatz, der Bau eines Sanitärgebäudes, die Errichtung von Pfahlhäusern, die Anlage einer Feuerstelle, der Bau einer Indoor-Halle mit Kunstrasen sowie die Errichtung eines überdachten Verpflegungsgartens geplant.
Vom Zuschuss der Stadt erhofft sich der Verein ein Startsignal, um weitere Förderanträge – etwa im Leader-Programm – stellen zu können und Sponsorengeld einzuwerben. Ohne dieses Signal stehe das Camp mittelfristig vor dem Aus, so Grabowsky.

Ideeller Wert
In der anschließenden Diskussion herrschte parteiübergreifend Einigkeit über den ideellen Wert des Projekts. Vertreter aller Parteien betonten die Bedeutung für Familien, Ehrenamt und die Attraktivität der Stadt. Zugleich wurde aber auch auf die finanzielle Unsicherheit hingewiesen. Sollte die Stadt den Zuschuss mit einem Kredit finanzieren müssen, rechnete Ausschussmitglied Kevin Deutschler vor, würde der den Haushalt mit rund 489.000 Euro belasten.

Änderungsantrag
Heidi Emunds (SPD) brachte schließlich einen Änderungsantrag ein: Der Ausschuss solle die Verwaltung beauftragen, gemeinsam mit dem Landkreis und dem SC Schoningen zeitnah Gespräche zu führen, um eine Kooperationsvereinbarung zu erarbeiten. Eine verbindliche finanzielle Zusage könne es erst geben, wenn klar sei, welche Anforderungen der Landkreis im Rahmen der Ferien-Ganztagsbetreuung stellt und welche Mittel tatsächlich fließen.

Auf diesen Nenner einigte sich der Ausschuss. Einstimmig verabschiedet wurde eine Empfehlung, den Zuschuss von 300.000 Euro grundsätzlich zu unterstützen und den Fortbestand des Feriencamps ausdrücklich zu wollen .

Am Ende der Sitzung wurde noch einmal deutlich, dass viele Fragen offen bleiben – insbesondere zur Ausgestaltung der künftigen Ferienbetreuung. Aus dem Publikum kam von Regina Wollschmidt der Appell, vorhandene Strukturen zu nutzen: „Nehmen wir doch das, was da ist!“


SPD: Lob für Lösung
Im Nachgang der Sitzung unterstrich die SPD Uslar-Solling ihre Unterstützung des Projekts mit einer Pressemitteilung, in der sie den Beschluss als „starkes Signal für Familien, Kinder und Jugendliche“ wertet. Der Ausschuss habe sich für den Ausbau des Camps ausgesprochen und damit den Weg für eine gemeinsame Lösung mit dem Landkreis geöffnet. Auch auf Kreisebene sehe man das Projekt als sinnvolle Investition in die Zukunft. Zugleich betont die SPD, dass vor einer Umsetzung weitere Abstimmungen und Beschlüsse in Stadt und Landkreis notwendig seien.

Danke an die HNA und GUDRUN PORATH

Bild: Die Sportanlage des SC Schoningen am Bruchweg mit Turnhalle, Schießstand, Sportplatz, Tennisplätzen und dem Feriencamp in der Mitte. © Foto: SC Schoningen

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