Schoningen: Die Sommercamps des SC Schoningen sind in vollem Gange – und die ersten Wochen zeigen eindrucksvoll, was Ferien im Uslarer Land bedeuten können: Sport, Bewegung, Abenteuer, Selbstständigkeit und ganz viel gemeinschaftliche Freude.
Alle Plätze belegt
262 Anmeldungen – diese Zahl spricht für sich. Genau so viele Kinder und Jugendliche haben sich in diesem Jahr für die Sommercamps des SC Schoningen angemeldet. Vier Camps sind sogar überbelegt. Beim Teenie-Camp gab es zuletzt zwar vier kurzfristige Absagen, doch die Nachfrage zeigt deutlich: Das Ferienangebot ist gefragt wie nie. Innerhalb von wenigen Minuten waren die ersten beiden Camps ausgebucht.
In erster Linie will der SC Schoningen Eltern entlasten. Aber es geht mittlerweile um viel mehr: Kinder und Jugendliche können neue Freunde zu finden, eigene Grenzen überwinden, Neues ausprobieren und Dinge zu erleben, die viele Kinder vielleicht zum ersten Mal machen.
Ankommen, wohlfühlen und dazugehören
Schon beim Ankommen auf der vereinseigenen Sportanlagen beginnt das Camp-Erlebnis. Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Eltern begrüßt, persönliche Camp-Pässe werden überprüft, Besonderheiten besprochen, Namensbuttons und Trinkflaschen gestaltet. Danach geht es direkt auf die Anlage: Hüpfburg, Multifeld, Menschenkicker, mobiler Pool, Fußball-Dart oder Tischtennis im Zirkuszelt – Langeweile hat hier keine Chance.
Dann beginnt das gegenseitige Kennenlernen. Bei gemeinsamen Spielen lernen die Kinder Namen, Persönlichkeiten und Eigenheiten ihrer neuen Campfreunde kennen. Und schon bald entstehen die ersten neuen Freundschaften.
Gemeinsam Regeln aufstellen – und Verantwortung übernehmen
Ein wichtiger Teil der ersten Tage ist die gemeinsame Kids-Kennenlern-Action. Die Kinder lernen die Sportanlage kennen, sprechen über Ge- und Verbote und entwickeln gemeinsam mit ihren Teamern die Regeln für die Campwoche.
Demokratieförderung
Was auf den ersten Blick vielleicht nach einer trockenen Angelegenheit klingt, wird zu einem wichtigen Baustein für das Miteinander. Die Kinder erleben: Die Regeln sind nicht einfach vorgegeben – das Camp wird gemeinsam gestaltet. Am Ende unterschreiben alle den „Vertrag“. Durch Anregungen des Landessportbundes, der die Camps intensiv fördert, sind 7 Bausteine für ein besseres Miteinander entstanden: Demokratieförderung!
Kinder entdecken, was in ihnen steckt
Durch dieses Projekt liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Erlebnis-Pädagogik. Elemente des „Kinder stark machen“-Mitmachparcours, die Wahl des Zeltsprechers werden mit weiteren Gemeinschaftsaktionen verbunden. Und dabei erleben die Kinder so manchen Aha-Moment, schwärmen die Teamer. Ein Holzturm, der gemeinsam mit zehn anderen Kindern und Seilen gebaut wird. Ein Kind, das auf einer Slackline läuft, während die anderen es sichern und halten. Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können. Viele Kinder sind überrascht, was sie gemeinsam schaffen können.
Der Spaß steht dabei natürlich im Vordergrund. Gleichzeitig vermitteln die Teamer, dass hinter den Spielen wichtige Erfahrungen stecken: Vertrauen, Zusammenhalt, Kommunikation und gegenseitige Unterstützung.
Die Camp-Post: Wertschätzung zum Nachlesen
Eine besondere Idee ist die tägliche Camp-Post. Kinder und Teamer schreiben sich gegenseitig Briefe und beantworten zwei einfache Fragen: Was hat mir heute gefallen? Und was hat mir an dir gefallen? Schon am ersten Abend quoll die Box mit fast 100 Briefen über.
In der täglichen Feedbackrunde fiebern die Kinder ihrer persönlichen Post entgegen. Jeder soll einen Brief bekommen. Wer möchte, darf seinen Brief vorlesen. Wenn ein Kind von der Wertschätzung eines anderen erzählt, gibt es anschließend Applaus für Absender und Empfänger.
Ein kleines Ritual mit großer Wirkung.
Mutig werden und vor anderen sprechen: Jeden Abend treffen sich alle rund um die Feuerschale zur Feedbackrunde. Jedes Kind bekommt die Möglichkeit, von seinem persönlichen Erlebnis, seinem Highlight oder seinem schönsten Moment zu berichten. Kritik und Wünsche sind ausdrücklich erwünscht. Für einige Kinder ist das eine ganz neue Erfahrung. Sie lernen, vor einer Gruppe zu sprechen und zu erleben, dass ihre Meinung ernst genommen wird.
Lagerfeuer, Musik und ganz viel Gemeinschaft
Ein Lagerfeuer mit 50 Kindern und Teamern, dazu Marshmallows, Stockbrot und eine Gitarre – mehr Feriengefühl geht kaum. Auf dem Liedzettel stehen Klassiker und aktuelle Hits. Von „Die Affen rasen durch den Wald“ über „99 Luftballons“ bis hin zu „Wackelkontakt“ war für jeden Geschmack etwas dabei.
Mit dem Kanu unterwegs – gemeinsam ans Ziel
Ein weiteres Highlight waren die Kanutouren in drei Gruppen. Ausgestattet mit Fahrradhelm und Schwimmweste ging es zunächst zu Fuß zum zweiten Sportplatz am Anger in Schoningen. Nach einer Einweisung werden die Boote zu Wasser gelassen. Auch hier lernen die Kinder schnell: Im Kanu kommt man nur gemeinsam voran. Die Kinder müssen sich absprechen, aufeinander achten und gemeinsam paddeln. Auch diejenigen, die zunächst vorsichtig oder unsicher sind, überwinden ihre Ängste. Und selbst wenn ein Kanu immer wieder das Ufer touchiert und partout nicht geradeaus fahren will, beibt der Spaß nicht auf der Strecke.
Kreativ werden und etwas Eigenes schaffen
Beim Batik-Workshop gestalten die Kinder ihr eigenes T-Shirt. Das dauert zwar länger als mancher zunächst erwartet hatte, doch auch die ungeduldigeren Kinder halten durch. Das Ergebnis wird mit Stolz getragen.
Viele liefen während der restlichen Campzeit mit ihrem selbst gestalteten Shirt über die Anlage. Erst als die neuen Camp-Shirts verteilt wurden, wurde gewechselt. Den Eltern wurden natürlich beide Shirts stolz präsentiert. Ein schönes Beispiel dafür, dass es Kindern guttut, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen – und anschließend sagen zu können:
„Das habe ich selbst gemacht!“
Feuerwehr, Erste Hilfe, Ponys und Trommeln
Die Sommercamps sind aber auch ein Ort, an dem Kinder neue Welten im Uslarer Land kennenlernen. Bei der Feuerwehr Schoningen durften die Kinder Fahrzeuge und Feuerwehrhaus erkunden und natürlich auch einmal in viel zu große Feuerwehruniformen schlüpfen. Beim Erste-Hilfe-Workshop des ASB wurde praktisch geübt – von Reanimation bis Verbandswechsel. Beim Pony-Spaß des Reiterhofs Fürstenhagen wird geritten, Pferde geschminkt und Hobby-Horsing ausprobiert. Und dann kam Daddy King vom Kultuirbahnhof mit 15 Trommeln. Alle waren begeistert!
Viele dieser Angebote haben noch einen weiteren Effekt: Sie zeigen den Kindern Möglichkeiten für ihre Freizeit. Kontakte zu den Anbietern werden weitergegeben und vielleicht entdeckt das eine oder andere Kind nach dem Camp ein neues Hobby.
Kegeln, Tanzen und Zirkus
Auch das vereinseigene Kegeln gehört zum Camp-Programm. Eifrig und mit viel Spaß wird gekegelt – und der einzige echte Kritikpunkt lautete: „Die Zeit war zu kurz!“ Beim Tanzen lernen alle Kinder drei Camp-Tänze, die später den Eltern präsentiert werden. Für die Teamer ist es dabei ein besonderes Erlebnis zu beobachten, was passiert, wenn die Musik weiterläuft und eigentlich niemand mehr animiert werden muss: Die Kinder räumen selbst die Bühne frei und tanzen einfach weiter. Im Mitmach-Zirkus werden kleine Nummern mit Reifen und Akrobatik einstudiert. Daraus entsteht eine eigene kleine Zirkusshow.
Das Highlight: Hallenbad und Partybus
Natürlich darf bei einem Camp auch ein Ausflug ins Hallenbad nicht fehlen. Mit dem Linienbus geht es nach Uslar. Für viele Kinder ist das eine besondere Erfahrung: Zum ersten Mal ohne die Eltern im Schwimmbad, selbstständig duschen, sich alleine umziehen und Verantwortung für die eigenen Sachen übernehmen. Manche Kinder lernen hier sogar schwimmen. Und dann kommt der große Moment: Der Partybus! Die Rückfahrt im offenen, zweistöckigen Bus wird zur mobilen Disco durch Uslar. Für viele Kinder ist das der absolute Höhepunkt der Woche und landet in den Feedbackrunden regelmäßig ganz weit vorne.
Und dann wird es ganz still
Meistens liegen die Kinder um 22:00 Uhr erschöpft im Zelt. Denn Ferien können auch anstrengend sein.
Ein Camp, das Kinder mitgestalten
Bei der Abschluss-Feedbackrunde am Freitag wird die gesamte Woche noch einmal gemeinsam betrachtet. Was war besonders schön? Was sollte bleiben? Was könnte anders werden? Spannend wurde es bei der Frage, wie das neue Camp, das ab dem kommenden Jahr entstehen soll, aussehen könnte. Manche Kinder malten kleine Ideen auf, andere wollten am liebsten gar nichts verändern. Und das vielleicht schönste Ergebnis der Abschlussrunde: Die meisten Kinder fanden alles gut und möchten im kommenden Jahr wiederkommen.
Ein Dank an alle!
Ein riesiges Dankeschön gilt deshalb allen Teamern und Helferinnen und Helfern, die mit Herzblut, Geduld und großem Engagement diese besonderen Ferienerlebnisse möglich machen. Danke sagen 262 Kinder und deren Eltern auch an die zahlreichen Förderer, Unterstützer, der Stadt Uslar, dem Landessportbund und dem Landkreis Northeim für die unkomplizierte Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Diese Unterstützung hilft dabei, Kindern und Jugendlichen ein so vielfältiges, hochwertiges und gleichzeitig bezahlbares Ferienprogramm zu ermöglichen.